Autor Thomas Hettche zu Gast an den Kaufmännischen Schulen Offenburg

Schülerinnen und Schüler der Berufskollegklassen der Kaufmännischen Schulen Offenburg, Helene-Lange-Schule Offenburg, Technisch-Gewerbliche Schule Offenburg und der Kaufmännische Schulen Lahr lernen am 20.11.2025 den Autor ihrer Pflichtlektüre kennen – Eindrücke einer Schülerin:

Die Begegnung mit dem Autor unserer Pflichtlektüre „Die Liebe der Väter“, Thomas Hettche, war für mich eine besondere und interessante Erfahrung, weil wir nicht nur etwas über die Geschichte des Romans selbst erfahren haben, sondern auch viel über den Autor und seine Gedanken dahinter. Schon zu Beginn wirkte Herr Hettche sehr gelassen und humorvoll. Nach seiner lockeren Begrüßung wartete er einen Moment, bis Ruhe in der mit über 200 Schülerinnen und Schülern voll besetzten Mensa herrschte. Dabei wirkte er auf Anhieb sympathisch, sodass die Stimmung schnell entspannt war. 

Der Autor begann damit, den Anfang des Romans „Die Liebe der Väter“ vorzulesen. Es wirkte so, als ob ihm das Lesen Spaß mache. Er arbeitete dabei mit seiner Stimme, mit Betonung und Körpersprache. Besonders aufgefallen ist mir, wie ehrlich Herr Hettche über seine Gefühle gesprochen hat. Jeder konnte spüren, dass er eine enge Verbindung zu der Geschichte hat, die im Roman erzählt wird. Das liegt sicherlich auch daran, dass Thomas Hettche, wie die Figur des Vaters Peter aus dem Roman, selbst während der Kindheit und Jugend seiner Tochter getrennt von ihr lebte. In „Die Liebe der Väter“ konnte der Autor viele Erlebnisse und Situationen aus dieser Zeit verarbeiten, was er offen angesprochen hat.

Spannend fand ich auch, dass er selbst darüber nachgedacht hat, wie seine Tochter wohl auf den Roman reagieren würde. Glücklicherweise hat sie der Veröffentlichung zugestimmt! Seine Antworten auf unsere Fragen wirkten sehr überlegt und ehrlich. Unter anderem erklärte uns der Autor, wie viel Arbeit hinter einem Roman stecke: Recherche, Schreiben, Überarbeitung und Korrekturen – der ganze Prozess kann sich über Jahre ziehen.

Besonders interessant war für mich die Tatsache, dass Thomas Hettche seine Unsicherheit nach der Veröffentlichung seines wohl persönlichsten Romans ansprach. Zum Beispiel hatte er die Sorge, dass Personen sich in der Geschichte wiedererkennen und rechtliche Schritte einleiten könnten. Auch Fragen nach Themen wie dem Verdienst, den er mit seinen Büchern erzielt, beantwortete er ohne zu zögern.

Insgesamt fand ich die Autorenlesung sehr gelungen, da Herr Hettche offen und ehrlich auf all unsere Fragen antwortete. Die Veranstaltung hat noch einmal verdeutlicht, wie kompliziert die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sein kann und wie schwer es manchmal ist, heikle Themen offen auszusprechen. Es sollte aber getan werden, damit Situationen wie die im Roman beschriebene keine Tabuthemen bleiben.

Alia Abedine (BKFH, Kaufmännische Schulen Offenburg)
 

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